jahresbericht 2007

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jahresbericht 2007
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The network of the leading Institutes of Technology in Germany
Jahresbericht 2007
www.tu9.de
nhalt
Inhalt
Einleitung
1. Hochschul- und Forschungspolitik
1.1. Ingenieur-Promotion im Bologna-Prozess
1.2. TU9 Stellungnahme zum Promotionsrecht der
Universitäten
1.3. Zur Funktion der TUs und der Fachhochschulen:
Für Qualität und Vielfalt im Hochschulsystem
1.4. Resultate der TU9 Universitäten bei der DFGFachkollegienwahl 2007
1.5. TU9 Memorandum „Nachhaltige Wasserwirtschaft
Effizienzsteigerung durch Netzwerkbildung“
1.6. Nachhaltige Energienutzung
1.7. TU9 Messeteilnahme am 4. BMBF-Forum für
Nachhaltigkeit
1.8. TU9 CIOs Campus Management Software Zusammenarbeit TU9 CIOs
TU Berlin
„TU9 ist der Verband der führenden
Technischen Universitäten in Deutschland“
TU9 zu Plänen der Wirtschaftsminister über die 1.9.
Einführung eines „Bachelor Professional“
TU9 und Qualitätssicherung (TU Berlin) 1.10.
TU9 Positionspapier Personalstruktur 1.11.
(TU München)
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit 2.
Internationales Studierendenmarketing 3.
Marketingtools 3.1.
TU9 Webportal 3.2.
TU9 Projekt Auslandsschulen 3.3.
„Deutsche Auslandsschulen – Netzwerk für 3.4.
Absolventen (DANA)“
SelfAssessment international – Online- 3.5.
Studienberatung für technische Fächer
4. Internationale Kooperation
4.1. Ausschuss Internationales
4.2. Kooperation TU9/IIT
4.3. Koordinierung der Deutsch-Türkischen Forschungskooperationen im Technologie-Bereich
5. Ausblick 2008
6. Erhebungen von TU9
7. Pressespiegel
Einleitung
1. Hochschul- und Forschungspolitik
1.1. Ingenieur-Promotion im Bologna-Prozess
Vor dem Hintergrund der Bologna-Folgekonferenz in London
(17. und 18.05.2007) war die Weiterentwicklung der Promotion ein
zentrales europa- und hochschulpolitisches Thema: Beim Treffen
der europäischen Bildungsminister drohte eine Entwicklung mit
schwerwiegenden Folgen für die Universitätsforschung.
Hintergrund waren europäische Bestrebungen, die Ingenieurpromotion zu „verschulen“: Also den Doktorgrad wie einen Master oder
Bachelor durch Teilnahme an Studienprogrammen zu erlangen.
TU9 hat sich energisch in die politische Debatte eingebracht und
durch eine aktive Pressearbeit seine Position einer breiten Öffentlichkeit nahegebracht.
Vorlesung an der Universität Stuttgart
TU9 ist der Verband der neun führenden Technischen Universitäten
in Deutschland. Alle TU9 Universitäten blicken auf eine lange Tradition zurück und genießen einen ausgezeichneten Ruf in der deutschen und internationalen Universitäts-Landschaft. Sie sind in der
Zeit der Industrialisierung gegründet worden und haben seitdem
maßgeblich zur Entwicklung der Ingenieurwissenschaften beigetragen. Ihr wissenschaftliches Potenzial, ihr Studienangebot und
die Zahl ihrer Studierenden sind über einen Zeitraum von fast 200
Jahren kontinuierlich gewachsen. Diese Gemeinsamkeiten sind die
Grundlage für ihre Kooperation in dem Universitätsverband TU9.
Die satzungsgemäße Aufgabe von TU9 ist die Förderung von Wissenschaft und Forschung in den Ingenieur- und Naturwissenschaften.
Diese Aufgabe erfüllt TU9 durch
 die strategische Koordinierung und Positionierung der wissenschaftlichen Entwicklung an den Technischen Universitäten in
Deutschland,
 die Durchführung von wissenschaftlichen Veranstaltungen,
 die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und der
Studierenden,
 das Zusammenwirken mit den Ländern der betreffenden Universitäten, den Wissenschaftsorganisationen und den Organisationen der Wissenschaftsförderung,
 die Zusammenarbeit mit den Landesrektorenkonferenzen sowie
der Hochschulrektorenkonferenz (HRK),
 die Zusammenarbeit mit Industrie und Wirtschaft zur Förderung
und Verstetigung der Technologieführerschaft Deutschlands im
internationalen Wettbewerb,
 die Entwicklung hochschul- sowie bildungspolitischer Positionen und deren Kommunikation,
 Kooperation mit internationalen Hochschulen sowie Betreuung
internationaler Wissenschaftler an den deutschen Technischen
Universitäten.
TU9 setzt sich insbesondere für ein positives Technikbewusstsein in
der Gesellschaft ein.
Am 17.07.2006 hatten sich die TU9 Mitglieder in Berlin auf eine
gemeinsame Stellungnahme geeinigt, in der die Fortentwicklung
des Erfolgsmodells Ingenieur-Promotion beschrieben worden war.
Flankiert wurde die politische Arbeit durch eine proaktive Pressearbeit, die von der TU9 Geschäftsstelle gesteuert wurde:
Mit einer Pressemitteilung (vom 26.07.2006) war das Thema erstmals von TU9 öffentlich gesetzt worden.
Um sich deutlich zu positionieren und Aufmerksamkeit für das Thema zu wecken, veranstaltete TU9 einige Tage vor dem Ministertreffen eine Pressekonferenz im Bundespresseamt.
Gemeinsam stellten sich der TU9 Präsident, der TU9 Vize-Präsident
sowie der Präsident der Leibniz Universität Hannover den Fragen
der Journalisten und warnten vor dem Schaden, den eine Verschulung der Promotion in den Ingenieurwissenschaften anrichten
würde. SPIEGEL, Handelsblatt, Deutsche Presseagentur, FAZ, Tagesspiegel, Deutschlandradio und zahlreiche andere Medien griffen
das Thema auf.
Das Ergebnis der Bologna-Folgekonferenz ist aus TU9 Sicht in mancher Hinsicht kritisch zu kommentieren, grundsätzlich aber zufriedenstellend: Die Vielfalt in der Hochschulbildung und insbesondere
bei der Promotion soll erhalten bleiben. Bundesministerin Frau Dr.
Schavan und KMK-Vorsitzende Frau Erdsiek-Rave stellten klar: „Die
Promotion ist und bleibt Sache der Universität.“ Es werde aber in
Europa einen Wettbewerb verschiedener Promotionsmodelle geben. Laut London-Kommuniqué ist man sich des „Werts der Entwicklung und Erhaltung einer breiten Vielfalt an Promotionswegen
bewusst, die auf den übergreifenden Qualifikationsrahmen für den
EHR Bezug nehmen, wobei eine Überregulierung zu vermeiden ist.“
Leider war im London-Kommuniqué immer noch von „Angeboten
im dritten Zyklus“ die Rede.
Für TU9 ist dies Anlass und Auftrag auch im Europäischen Raum
weiter darauf hinzuwirken, die Promotion stattdessen als erste
Phase selbstständiger Forschungstätigkeit zu verstehen.
1.2. TU9 Stellungnahme zum Promotionsrecht
der Universitäten
Frühzeitig hat TU9 dafür plädiert, das bislang ausschließlich den
Universitäten vorbehaltene Promotionsrecht keinesfalls auf Fachhochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen auszudehnen. Gerade bei Ingenieuren sei es „der falsche Weg“, Fachhochschulen und Universitäten immer mehr anzugleichen, schrieb
das „Handelsblatt“ am 15.05.2007 unter Berufung auf die TU9
Rektoren und Präsidenten. Das Promotionsrecht bilde die „letzte
Bastion“, um die forschungsorientierte Qualifikation der Universitäten von der praxisorientierten der Fachhochschulen zu trennen.
Das Promotionsrecht für FHs „wäre der Dammbruch“, erklärte der
TU9 Präsident vor den Hauptstadtjournalisten bei einer Pressekonferenz. Er widersprach auch Überlegungen in deutschen Wissenschaftsministerien, außeruniversitären Forschungseinrichtungen
das Promotionsrecht zu geben. Sollte dies geschehen, „würde ihre
Motivation zur Kooperation mit den Hochschulen weiter sinken“,
so der TU9 Präsident.
In einer öffentlichen Stellungnahme auf der Grundlage des
Beschlusses vom 12.11.2007 hat TU9 sich zum Promotionsrecht der
Universitäten prägnant positioniert.
In Deutschland finden in den Ingenieurwissenschaften rund zwei
Drittel aller Promotionen an TU9 Universitäten statt: TU9 hat folglich ein großes Interesse daran, dass die hohe Qualität sowie das
weltweite Ansehen der deutschen Ingenieur-Promotion geschützt
werden. In der Politik und aus den Fachhochschulen werden immer
wieder Forderungen laut, das Promotionsrecht auch den außeruniversitären Forschungseinrichtungen bzw. den Fachhochschulen
zu verleihen. Dies lehnt TU9 entschieden ab.
Die Promotion ist konstitutives Element der Universität. In den Ingenieur- und Naturwissenschaften hat sie mehrere Funktionen:
Mit der Promotion weisen die Promovierten nach, dass sie zu einer größeren wissenschaftlichen Leistung befähigt sind; somit ist
sie ein Qualifikationsnachweis. Sie ist zudem eine von mehreren
Regelvoraussetzungen für den Beruf des Universitätsprofessors
und entscheidendes Element zur Erhaltung der hohen Qualität
der Forschung und Lehre an Technischen Universitäten. Die Suche,
Förderung und Promotion geeigneter Kandidaten ist eine zentrale Aufgabe von Universitätsprofessoren und damit ein wichtiger
Bestandteil der wissenschaftlichen Nachwuchspflege. Außerhalb
der Universität bietet der akademische Grad Doktor-Ingenieur den
Promovierten einen Einstieg in leitende und sehr gut dotierte Positionen in Wirtschaft und Industrie.
1. Hochschul- und Forschungspolitik
Auf individueller Ebene finden bereits häufig Promotionen mit
Wissenschaftlern außeruniversitärer Forschungseinrichtungen erfolgreich statt. Diese bewährte Form der Kooperation soll unvermindert fortgesetzt werden.
TU9 wendet sich jedoch gegen Bestrebungen, das Promotionsrecht
institutionell auf außeruniversitäre Forschungseinrichtungen zu
übertragen.
Die Politik fordert und fördert die Kooperation von außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Universitäten. Das Interesse
von außeruniversitären Forschungseinrichtungen an der Zusammenarbeit mit Universitäten würde jedoch stark sinken, wenn sie
das Promotionsrecht erhielten.
Gemeinsame Promotionen mit den Fachhochschulen werden an
den TU9 Universitäten bereits erfolgreich durchgeführt. In Übereinstimmung mit ihren länderrechtlichen Vorgaben wollen die
TU9 Universitäten diese bewährte Form der Einbindung der Fachhochschulprofessoren weiterhin fördern. Das institutionelle Promotionsrecht sollte jedoch nicht den Fachhochschulen verliehen
werden. Eine Promotion in den Ingenieurwissenschaften erfordert
die Einbindung in ein Forschungsumfeld, über das nur Universitäten verfügen; sie verlangt eine eigenständige wissenschaftliche
Forschungsleistung. Die von Fachhochschulen vielfach geforderte
Verleihung des Promotionsrechts würde zu einer Vereinheitlichung
der Hochschularten führen, welche der Vielfalt der gewachsenen
deutschen Universitäts- und Hochschullandschaft schaden und
damit den Wettbewerb einschränken würde.
Bereits jetzt sind geeignete Fachhochschulabsolventen an den TU9
Universitäten als Promovierende sehr willkommen: Im Zeitraum WS
2002/03 bis WS 2005/06 wurden bundesweit 1.043 Diplom-Fachhochschulabsolventen und 170 Master-Fachhochschulabsolventen
zur Promotion zugelassen (insgesamt: 1.213). Davon kamen 208
(oder 17% bzw. 18,2%) an TU9 Universitäten.
Im gleichen Zeitraum schlossen 403 Diplom-Fachhochschulabsolventen ihre Promotion ab, 90 (= 22,3%) von ihnen an TU9 Universitäten. Die TU9 Universitäten begrüßen im Einklang mit Empfehlungen der HRK sowie des Wissenschaftsrates eine steigende
Durchlässigkeit zwischen den Hochschultypen. Ein Masterabschluss
berechtigt demnach formal zur Aufnahme eines Promotionsverfahrens. Allerdings muss die Zulassungsentscheidung auf der Grundlage der fachlichen Qualifikationen des Bewerbers getroffen werden.
Hier ist eine objektive Auswahl auf der Grundlage von Qualifikationen sicher zu stellen. Die entsprechenden Zulassungskriterien
in den Prüfungs- und Promotionsordnungen sollen auf eine hohe
Qualität der Ausbildung zielen und gleichzeitig eine grundsätzliche
Durchlässigkeit zwischen den Hochschultypen sicherstellen.
1.3. Zur Funktion der TUs und der
Fachhochschulen: Für Qualität und Vielfalt
im Hochschulsystem
Auch zur Rolle der Technischen Universitäten sowie der Fachhochschulen hat TU9 Stellung bezogen und den wachsenden Wettbewerb im europäischen Hochschulraum begrüßt, ihn zugleich als
Auftrag zu mehr Qualität verstanden.
Wettbewerb bedeutet, dass die Technischen Universitäten ihr Profil
kontinuierlich schärfen müssen. Daraus folgt die Erkenntnis, dass
die Funktion der Technischen Universitäten sich von jener der Fachhochschulen grundsätzlich unterscheiden muss.
TU9 hat daher festgestellt, dass Lehre und Studium an Technischen
Universitäten grundlagen-, methoden- und forschungsorientiert
sind, während sie an Fachhochschulen praxisbezogen auf der Basis
gesicherten Wissens stattfinden. Der Erfolg dieses zweigliedrigen
Modells ist weltweit vorbildlich, fördert die Vielfalt in den Ingenieurwissenschaften und ist eine wesentliche Grundlage für den
Erfolg der deutschen Wirtschaft im globalen Wettbewerb. Eine Vermischung der Profile von Technische Universitäten einerseits und
Fachhochschulen andererseits ist daher zum Nachteil der Absolventinnen und Absolventen in den Ingenieur- und Naturwissenschaften sowie der Unternehmen, die sie beschäftigen möchten.
Die TU9 Mitglieder sind sich einig darüber, dass FH-Absolventen
zur Promotion eingeladen werden, gleichwohl die Promotionsordnungen nicht geändert werden sollten. Wo notwendig, sollten
zusätzlich Eignungsfeststellungsverfahren stattfinden, die aber
nicht schematisiert sind. Die TU9 betonen, dass die Zulassung zur
Promotion immer nur individuell, ad personam, erfolgen darf.
Sie ist kein Studiengang, sondern auf die Person und das Problem
zugeschnitten. Anders als beim Studiengang spielt die thematische
Fragestellung eine Rolle.
1.4. Resultate der TU9 Universitäten bei der
DFG-Fachkollegienwahl 2007
Graduiertenkollegs und -schulen, Forschergruppen) nach. Die neu
besetzten Fachkollegien werden im Frühjahr 2008 mit ihrer Arbeit
beginnen.
In der DFG-Fachkollegienwahl 2007 wurde über die Besetzung von
594 Plätzen in den Fachkollegien entschieden. Zur Wahl standen
1.363 Kandidaten. Die ehrenamtlich tätigen Fachkollegien sind vor
allem für die Qualitätssicherung der Begutachtung bei der Vorbereitung von Förderentscheidungen der DFG zuständig. Die Fachvertreter kommen dieser Aufgabe zum Beispiel als Gutachter bei
den koordinierten Förderprogrammen (Sonderforschungsbereiche,
Forschungszentren, Exzellenzcluster, Schwerpunktprogramme,
Aus TU9 Universitäten waren 265 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nominiert worden, das waren 19,4% aller nominierten
Kandidaten. Das vorläufige Ergebnis zur Wahl der Fachkollegien der
Deutschen Forschungsgemeinschaft 2007 hat gezeigt, dass 112 Professoren der TU9 Mitglieder in die Fachkollegien gewählt wurden;
also 42,3% der Nominierten. Das bedeutet, die TU9 Universitäten
stellen 19,2% der Mitglieder in den Fachkollegien.
Tu9 Vertreter in Fachkollegien der
Ingenieurwissenschaften
Tu9 Vertreter in Fachkollegien der
Naturwissenschaften
45,2 %
(52)
Eine Promotion muss eingebunden sein in ein Forschungsumfeld,
über das nur Universitäten verfügen; sie verlangt eine eigenständige wissenschaftliche Forschungsleistung. Absolventinnen und
Absolventen von Fachhochschulen haben die Möglichkeit der Promotion an den Technischen Universitäten, sofern sie über die dafür
notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen.
Auf der Basis ihrer unterschiedlichen Profile nehmen Technische
Universitäten und Fachhochschulen eine wichtige Funktion bei der
Erhöhung der Studierquote wahr und tragen dazu bei, den zu erwartenden drastischen Anstieg der Studierendenzahlen zu bewältigen.
82,6 %
(95)
Übrige Vertreter
Forschung ist eine primäre Aufgabe der Technischen Universitäten.
Dagegen ist Forschung für Fachhochschulen eine Sekundäraufgabe. Institutionelle Forschungsfinanzierung in den Ingenieur- und
Naturwissenschaften muss sich daher auf die Universitäten konzentrieren.
Aus den unterschiedlichen Profilen in Forschung und Lehre ergeben sich zwingend unterschiedliche Qualifikationen, Rechte und
Pflichten von Professorinnen und Professoren an Technischen Universitäten und Fachhochschulen. Damit verbunden sind notwendigerweise differenzierte Lehrdeputate.
TU9 Vertreter
90,8 %
(208)
TU9 Vertreter
Übrige Vertreter
54,8 %
(63)
17,4 %
(20)
Tu9 Vertreter in Fachkollegien der
Lebenswissenschaften
Tu9 Vertreter in Fachkollegien der
Geistes- und Sozialwissenschaften
TU9 Vertreter
Übrige Vertreter
9,2 %
(21)
94,1 %
(127)
TU9 Vertreter
Übrige Vertreter
5,9 %
(8)
1. Hochschul- und Forschungspolitik
1.5. TU9 Memorandum „Nachhaltige
Wasserwirtschaft Effizienzsteigerung
durch Netzwerkbildung“
Die Vizepräsidenten und Prorektoren für Forschung im TU9 Verband
hatten sich am 25.07.2006 an der TU Braunschweig auf eine engere
Zusammenarbeit verständigt. Ein Themenschwerpunkt war Nachhaltige Wasserwirtschaft. Erstes Ergebnis war ein gemeinsames
Memorandum of Understanding und die Forderung an die Politik,
die Forschungsförderung zu erhöhen.
Angesichts der sich massiv verschärfenden Wasserprobleme in der
Welt, verursacht durch den Klimawandel und die globale Bevölkerungsentwicklung, haben die TU9 einen gemeinsamen Appell an die
Politik gerichtet, die Forschungsförderung um zehn Millionen Euro
zu erhöhen, anstatt sie zu kürzen, wie dies im Bundesministerium
für Bildung und Forschung vorgesehen war. Aus TU9 Sicht besteht
nach wie vor ein dringender Forschungsbedarf an der Nahtstelle
zwischen den Wissenschaftsbereichen Technik, Natur, Gesellschaft
und Ökonomie. Konkret geht es sowohl um die Erforschung innovativer, zukunftsfähiger Wassertechnologien für den Menschen
und für die Natur als auch um die Entwicklung von Strategien und
Methoden für ein integratives Einzugsgebietsmanagement.
TU9 German Institutes of Technology ist der Ansicht, dass die Wasserforschung an deutschen Hochschulen noch intensiviert werden
muss, um das globale Wasserproblem zu lösen.
Das TU9 Netzwerk verfolgt einen integrativen Ansatz, der zur Sicherstellung der Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung, aber auch
der gesamten Wasserbewirtschaftung bei hohem hygienischem
Standard und zum Schutz der natürlichen Ressourcen führt.
Bedeutsam ist dabei ebenfalls die Entwicklung von Umsetzungsstrategien, bei denen die klimatischen, wirtschaftlichen, politischen, kulturellen und auch religiösen Gegebenheiten in den
jeweiligen Regionen berücksichtigt werden.
Hierzu wird durch TU9 eine universitäre Plattform für Forschung
und Lehre auf dem Gebiet der nachhaltigen Wasserwirtschaft gebildet, die als zentraler Ansprechpartner für Politik und weitere
Interessenten dient.
TU9 hatte die politisch Verantwortlichen daher aufgefordert, den Etat
für die Forschung der nachhaltigen Wasserwirtschaft um mindestens
10 Millionen Euro pro Jahr zu erhöhen. Damit sollten Forschungsprojekte finanziert werden, deren Ergebnisse auch der Stärkung der
Wettbewerbsfähigkeit der in diesem Bereich vor allem mittelständisch geprägten Wirtschaft Deutschlands dienen.
Auf diesen Appell hin, schriftlich adressiert an die Bundesministerien für Bildung und Forschung, für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie für Umwelt und öffentlich gemacht
im Rahmen einer Pressekonferenz, wurde TU9 zu einem Treffen im
BMBF geladen, wo TU9 seinen Standpunkt darlegen konnte.
Bei dieser Sitzung wurde von den Teilnehmern beschlossen, dass
eine gemeinsame Plattform der Wissenschaft, Wasserwirtschaft
und Regierung für eine bessere Umsetzung der Nachhaltigen Wasserwirtschaft die entsprechende Forschung und Entwicklung die
Aktivitäten in Deutschland bündeln sollte.
Es wurde eine kleine Arbeitsgruppe gebildet, welche die Grundlagen hierzu ausgearbeitet hat. Die Ergebnisse wurden bei der
zweiten interministeriellen Besprechung im BMBF in Berlin vor
Vertretern der Wissenschaft, Wirtschaft und Administration diskutiert. Die fünf Ministerien BMBF, BMU, BMWi, BMZ und AA waren
hochrangig mit Staatssekretären oder Abteilungsleitern vertreten,
ebenso erschienen hochrangige Vertreter der Wasserwirtschaft.
Dabei wurde die Gründung einer German Water Partnership (GWP)
als eine gemeinsame Plattform vorgestellt. Sie soll sich international als der Verbund der deutschen Wasser-Forschung und Entwicklung präsentieren und damit die kleinteilige Struktur in Deutschland bündeln.
Es bleibt leider dabei, dass die BMBF-Mittel zur Wasserforschung
von 55 Mio. € in 2006 auf 30 Mio. € pro Jahr reduziert werden, was
TU9 im Rahmen dieser Treffen nochmals kritisch thematisiert hat.
Reinstraum-Labor des Instituts für Festkörperphysik der TU Berlin
1.6. Nachhaltige Energienutzung
Auch das Thema Nachhaltige Energieversorgung wurde von den
TU9 in einer Arbeitsgruppe aufgegriffen. Energieforschung ist ohne
Frage von größter Relevanz: Reduzierung des CO2-Ausstoßes und
Klimaschutz, Ressourcenschonung, Sicherheit von Versorgung, Betrieb und Entsorgung, Nachhaltigkeit, Netzsicherheit und effiziente
Energienutzung heißen die Herausforderungen.
Die in TU9 zusammengeschlossenen Technischen Universitäten
setzen sich deshalb sehr entschieden für die Forschung auf dem
Gebiet der Nachhaltigen Energieversorgung ein. Nachhaltig in diesem Sinne ist eine Energieversorgung, „die den Bedürfnissen der
heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger
Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren Lebensstil zu wählen.“ (Weltkommission für Umwelt
und Entwicklung).
Die TU9 Mitglieder bieten an, durch ihre Forschung einen Beitrag zu
leisten, neue und zusätzliche Möglichkeiten der Energieversorgung
zu erschließen, Fehlentwicklungen entgegenzuwirken und die sich
abzeichnenden Risiken zu verringern. Dazu sind sie auf eine angemessene Forschungsfinanzierung angewiesen. Momentan wird die
Energieforschung in Deutschland über die Instrumente des 5. Energieforschungsprogramms der Bundesregierung, durch die DFG und
durch die lokalen Programme der Länder und im Rahmen der EU gefördert. Die bestehenden Möglichkeiten reichen jedoch nicht aus.
Aus diesen Gründen haben sich die in TU9 zusammengeschlossenen
Technischen Universitäten dazu entschlossen, für die Fortschreibung des Energieforschungsprogramms nachdrücklich eine deutliche Intensivierung der Energieforschung in Deutschland über das
bisherige Maß hinaus und insbesondere eine stärkere Einbindung
der Universitäten in grundlagenorientierte Förderungsmaßnahmen
zu fordern.
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1. Hochschul- und Forschungspolitik
1.7. TU9 Messeteilnahme am 4. BMBF-Forum
für Nachhaltigkeit
Die EU-Ratspräsidentschaft Deutschlands bot eine sehr gute Gelegenheit, Innovationen der TU9 Universitäten zu Nachhaltiger
Wasserwirtschaft und Nachhaltiger Energienutzung vor einem
internationalen Fachpublikum aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu präsentieren: auf der Konferenz zur Forschung für eine
nachhaltige Entwicklung in Europa (Congress Center Leipzig, 08. bis
10.05.2007). Dort informierten Wissenschaftler der TU9 über konkrete Forschungsprojekte. Am TU9 Messestand waren mit eigenen
Wissenschaftlern vertreten:




TU Braunschweig,
TU Darmstadt,
TU Dresden,
U Stuttgart.
Der TU9 Geschäftsführer bereitete die Messebeteiligung vor und
war ebenfalls für den Verband vor Ort.
1.8. TU9 CIOs Campus Management Software
Zusammenarbeit TU9 CIOs
TU Braunschweig
Die TU9 haben deshalb darauf hingewiesen, dass zukünftige Energieforschungsprogramme die folgenden Aspekte berücksichtigen
müssen:
1. Schaffung eines gemeinsamen Rahmens für die Förderung der
Forschung grundlagenbezogener Themen auf dem Energiesektor.
2. Fortführung und Verstärkung der anwendungsnahen Forschungsaktivitäten.
3. Vergabe der Fördermittel im Wettbewerb nach klar definierten
Qualitätskriterien.
4. Erschließung der gesamten wissenschaftlichen Bandbreite an
den Universitäten für eine interdisziplinäre Energieforschung
von den Naturwissenschaften über die Ingenieurwissenschaften bis hin zu den Geistes-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften.
5. Nutzung der Kompetenz der Universitäten auf den Gebieten
der Modellierung physikalischer, chemischer und wirtschaftlicher bzw. gesellschaftlicher Prozesse sowie der experimentellen Grundlagenforschung im Labormaßstab.
6. Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses.
7. Stärkung der Kooperation der Universitäten mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen.
8. Förderung der Bildung von wissenschaftlichen Netzwerken im
Bereich der Energieforschung im nationalen und internationalen Rahmen.
9. Nutzung der Unvoreingenommenheit der Universitäten in Fragen der Energiepolitik, insbesondere ihrer Unabhängigkeit von
Interessengruppen aus Wirtschaft und Gesellschaft.
Der Modernisierungsdruck deutscher Hochschulen im Bereich
Campus Management (CM) nimmt permanent zu. Gründe sind zu
sehen in:
 steigenden Studierendenzahlen, u. a. durch die Umstellung auf
die Verkürzung der Gymnasialzeit,
 parallelen Magister-, Diplom-, Bachelor- und Masterstudiengängen,
 zunehmenden Gaststudierendenzahlen sowie Auslandssemes-
tern eigener Studierender und
 steigenden Serviceansprüchen von Studierenden, insbesondere
nach der Einführung von Studienbeiträgen.
Gleichzeitig ist der Markt für Campus Management Systeme (CMS),
der bisher von der HIS GmbH als einzigem Anbieter dominiert war,
durch den Markteintritt neuer kommerzieller Anbieter in Bewegung
geraten. Die HIS GmbH selbst entwickelt eine integrierte CM-Lösung
(HIS:inOne), welche nach Aussagen der HIS etwa 2010/11 verfügbar
sein soll.
Vor diesem Hintergrund stellt sich für deutsche Universitäten die
Frage nach einem Umstieg von HIS auf ein neues CMS. Ausgangspunkt ist für alle TU9 Universitäten eine mehr oder weniger stark
ausgebaute HIS-Installation.
Im Fokus der Betrachtungen standen voll integrierte IT-Systeme,
die alle wesentlichen Geschäftsprozesse im studentischen Lebenszyklus unterstützen. Die Systeme mussten sowohl die geforderte
Funktionalität im Bereich Studierenden-, Lehrveranstaltungsund Prüfungsmanagement bieten als auch an mindestens einer
deutschsprachigen Hochschule produktiv im Einsatz sein.
Die CIOs der TU9 Universitäten haben eine umfassende Analyse und
Empfehlungen zum Einsatz von CMS erarbeitet. Diese basiert auf
der Tätigkeit mehrerer Arbeitsgruppen, welche im Laufe des Jahres
2007 sowohl die technisch-funktionalen (Marktanalyse) als auch
die wirtschaftlich-organisatorischen Aspekte (Wirtschaftlichkeitsanalyse) untersuchten. Als Ergebnis liegen zwei detaillierte Studien
(Marktanalyse, Wirtschaftlichkeitsanalyse) sowie eine zusammenfassende Wertung vor.
 Marktanalyse im Auftrag der CIOs der TU9: Evaluation von Campus Management Systemen
 Wirtschaftlichkeitsanalyse ausgewählter Campus Management
Systeme im Auftrag der TU9 (Version 1.0) zur Beurteilung des
Mehrwertes selektierter Alternativsysteme
1.9. TU9 zu Plänen der Wirtschaftsminister
über die Einführung eines „Bachelor
Professional“
Die Wirtschaftsminister der Länder hatten sich auf ihrer gemeinsamen Konferenz in Eisenach am 04. und 05.06.2006 dafür ausgesprochen, den nicht-akademischen Abschluss „Bachelor Professional“ einzuführen. Dadurch soll ihren Plänen zufolge die berufliche
Aus- und Weiterbildung aufgewertet und die internationale Akzeptanz deutscher Berufsqualifikationen erhöht werden. In einem
Offenen Brief des TU9 Präsidenten, adressiert an die Wirtschaftsministerkonferenz, wurde die ablehnende Haltung der TU9 gegenüber
diesen Plänen klar gemacht: Mit großer Sorge werde beobachtet,
so der TU9 Präsident, dass die Abschlüsse „Bachelor/Master Professional“ für Meister und Techniker eingeführt werden sollten. Wenn
aber nun neben den Universitäten und auch den Fachhochschulen noch berufliche Weiterbildungsabschlüsse mit einer zum Verwechseln ähnlichen Bezeichnung eingeführt werden, dann droht
eine Vertrauenskrise bei diesen noch jungen Hochschulabschlüssen
– insbesondere in den Ingenieurwissenschaften. In dem Schreiben
wurde hervorgehoben, dass die TU9 eine größere Durchlässigkeit
zwischen beruflicher Bildung und Studium sehr befürworten. Diese
wird aber durch eine bloße Um-Etikettierung nicht erreicht. Dass
berufliche Bildungsabschlüsse international verständlich gemacht
werden müssen, ist nachvollziehbar. Wie dies mit einem Durcheinander beider Abschlussgrade erreicht werden soll, bleibt schleier-
12
13
1. Hochschul- und Forschungspolitik
haft. Die TU9 wiesen auch auf den grenzüberschreitend sehr guten
Ruf hin, den das deutsche Handwerk und die berufliche Aus- und
Weiterbildung genießen. Es sei überhaupt nicht nötig, sich bei der
Bezeichnung an die Abschlüsse der Hochschulen anzulehnen. Dies
würde letztlich beiden schaden. Das Schreiben schließt mit dem
eindringlichen Appell, die Pläne zur Einführung von „Bachelor/Master Professional“ nicht weiter zu verfolgen.
Im zweiten Jahr des Projekts werden weitere Studiengänge an
mehreren Fakultäten der TU Berlin mit der beschriebenen Methode
evaluiert und damit auch für die bevorstehenden Akkreditierungen
fit gemacht.
1.10.TU9 und Qualitätssicherung (TU Berlin)
1.11. TU9 Positionspapier Personalstruktur
(TU München)
In einem TU9 Leitprojekt an der TU Berlin stehen Kompetenzen im
Mittelpunkt:
„QualitätsSicherung Studienprogramme“ (QS²) ist ein fächerübergreifendes, strategisches Projekt der Universitätsleitung der
TU Berlin zur Qualitätssicherung in der Lehre. Das Projekt wird im
Rahmen des Zehn-Millionen-Euro-Programms „Offensive Wissen
durch Lernen“ (OWL) gefördert. Im Fokus des Projekts stehen die
Curricula der Bachelor- und der Masterstudiengänge, die daraufhin analysiert werden, welche Kompetenzen die Lehrenden ihren
Studierenden vermitteln. Anhand von strukturierten Interviews
mit Modulverantwortlichen eines Studiengangs werden die Kompetenzziele abgefragt. Im Ergebnis der Erhebungen zeigt sich ein
klares Kompetenzprofil der Studiengänge sowie deren Stärken und
Schwächen.
Konkret kümmert sich bis 2009 ein zweiköpfiges Team um die
Durchführung des Projekts. Im Februar 2007 wurden die Mitarbeiter in den Niederlanden an der TU Eindhoven geschult. Dort hat das
Netzwerk der technischen Universitäten „3TU-NL“, mit dem die TU
Berlin kooperiert, bereits ein ähnliches System verbindlich eingeführt. Das System läuft darauf hinaus, die Verantwortlichen für den
jeweiligen Studiengang in Bezug auf die Kompetenzorientierung
ihrer Studienprogramme zu sensibilisieren.
An der TU Berlin wurden bis Ende des Jahres 2007 die beiden ers-
ten Studiengänge, Wirtschaftsingenieurwesen und Informatik,
untersucht und ausgewertet. In einem ersten Fazit zeigt sich, dass
die Methode umsetzbar ist, d. h. sie kann inhaltlich und organisatorisch auch von einem kleinen Team verantwortet werden. Die
Erhebungen liefern fundierte und verwertbare Ergebnisse, die den
Programmverantwortlichen als Reflexions- und Steuerungsinstrument dienen.
Aus den Ergebnissen der Erhebungen werden Erkenntnisse für die
Weiterentwicklung und Modifizierung von Studiengängen gezogen. Die bislang erreichten Ziele entsprechen damit voll den Erwartungen an die Methode und an den geplanten Projektverlauf.
Das QS²-Projekt ist ein wichtiger Baustein beim Aufbau des TU Berlin-weiten Qualitätsmanagementsystems für die Lehre.
Vor dem Hintergrund eines zusehends an Dynamik gewinnenden
internationalen Wettbewerbs ist die Personalstruktur ein entscheidender Faktor: Dabei kommt der Gewinnung und dem langfristigen
Erhalt qualifizierten Personals höchste strategische Bedeutung zu.
Ein determinierender Faktor hierfür sind die rechtlichen Rahmenbedingungen und die darin mögliche Gestaltbarkeit des Personal-
einsatzes unter den speziellen Anforderungen des Wissenschaftsbetriebs. Zur wettbewerbsbedingten Veränderungsbedürftigkeit
des Dienst- und Tarifrechts, des Besoldungs- und Vergütungsrechts
sowie der Personalstruktur der Universitäten haben sich in jüngerer Vergangenheit die Hochschulrektorenkonferenz wie auch der
Wissenschaftsrat und die DFG in mehreren Entschließungen und
Empfehlungen geäußert. Aus dem speziellen ingenieur- und naturwissenschaftlich geprägten Profil der TU9 ergeben sich weitere
dringende Veränderungsnotwendigkeiten der Personalstrukturen,
die am 16.07.2007 in einem TU9 Beschluss formuliert worden sind.
Ausgehend von den bestehenden Defiziten werden Forderungen
benannt, denen zwar in manchen Bundesländern bereits zum Teil
entsprochen ist, die aber in ihrer Gesamtheit Leitlinie für die künftige Entwicklung an Technischen Universitäten sein sollten:
Gefordert wird die Substitution von starren Stellenplänen durch
eine flexible Personalentwicklung in Eigenverantwortung der Universitäten. Die vielfach noch vorhandenen staatlich weitgehend
festgelegten Quotierungen verschiedener Stellenkategorien beschränken die Möglichkeiten einer aktiven Personalentwicklung.
Aufgabe, Status und Vergütung der jeweiligen Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter müssen in Abhängigkeit der Notwendigkeiten des
jeweiligen Faches hochschulindividuell festgelegt werden können.
Diese sind darüber hinaus in geeignete Karrieresysteme einzubetten, die sich am Markt orientieren und die Überwindung starrer
Laufbahngrenzen ermöglichen.
Auf einen Ausweg aus dem Dilemma der „beruflichen wissenschaftlichen Sackgasse“ weist TU9 hin. Die Entscheidung für eine
wissenschaftliche Karriere ist derzeit mit großen Risiken sowohl für
Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler als auch für
Auditorium maximum der TU München in der Arcisstraße
die Universität verbunden. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler tragen das berufliche Risiko, dass ihre Forschungskarriere
nach mehreren Jahren mit dem Zwang endet, die Universität ohne
das angestrebte Ziel einer Professur verlassen zu müssen. Diese
problematische Perspektive führt dazu, dass viele begabte Nachwuchsforscherinnen und –forscher eine wissenschaftliche Karriere
nach der Promotion nicht ernsthaft in Erwägung ziehen. Für die
Universität bedeutet dies oft den Verlust von wichtigem Innovationspotenzial. Bei einer lediglich im Befristungsverbot begründeten Fluktuation ist andererseits oft der Weggang qualifizierten
Lehr- und Forschungspersonals zu beklagen. TU9 begrüßt daher
nachdrücklich das Gesetz der Bundesregierung zur Aufnahme der
Drittmittelfinanzierung als Befristungsgrund bei Arbeitsverträgen mit wissenschaftlichem und akzessorischem Personal (siehe
hierzu auch weiter unten zur Lockerung der Kündigungsschutzregelungen). Die TU9 Universitäten sehen darin auch eine gute
Grundlage für die Entwicklung eines neuartigen Karrierewegs zur
‚Forschergruppenleitung’ mit einem selbständig operierenden und
im Wesentlichen aus Drittmitteln finanzierten Forscherteam. Für
diese bisher kaum realisierte Personalkategorie sind jedoch auch
attraktive finanzielle Anreize zu schaffen, was im Rahmen der TvL nur sehr eingeschränkt möglich ist.
Entschieden setzen sich die TU9 für eine Verbesserung der Durchlässigkeit zwischen Karrierewegen in Wissenschaft und Wirtschaft
ein. Dem gesellschaftlichen Auftrag einer Technischen Universität
entsprechend wählt ein erheblicher Teil der Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler nach einer ersten beruflichen
Tätigkeit an den Universität den Weg in Wirtschaft, Verwaltung
oder Selbständigkeit. Zur Unterstützung dieser Karrieren sind Instrumentarien eines professionellen „Outplacement“ weiter zu
entwickeln. Dazu gehört institutionell der Auf- und Ausbau von
career centers, individuell eine verstärkte Vermittlung praxisnaher
Zusatzqualifikationen (siehe auch das Positionspapier der TU9
„Promotion in den Ingenieurwissenschaften“).
In umgekehrter Weise sind im Rahmen eines „Inplacement“ monetäre und nicht-monetäre Anreize zu schaffen, die High-Potentials
auf dem (zeitweise) nichtwissenschaftlichen Karriereweg den Weg
zurück zur Universität attraktiver erscheinen lassen. Entwickelt
werden sollen auch Modelle, die einen zeitlich befristeten Wechsel
zwischen Universität und Wirtschaft rechtlich erleichtern und hinreichende Karriereanreize hierfür schaffen.
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1. Hochschul- und Forschungspolitik
Eine Modernisierung der Entgeltgestaltung ist dabei unumgänglich. Die Besonderheiten des wissenschaftlichen Arbeitens müssen
im Tarifrecht Berücksichtigung finden. Die bislang vorherrschende
Orientierung an der formalen Qualifikation vernachlässigt den Bezug zur objektiven Aufgabe und den einzubringenden persönlichen
Kompetenzen (z. B. Erfahrungsschatz aus vorherigen Beschäftigungen). Ein modernes Entgeltsystem bedarf dieser Umorientierung. Gleichzeitig sind die leistungsbezogenen Entgeltanteile erheblich weiter auszudehnen als bislang vorgesehen bzw. erfolgt.
Auch Aufgaben und Funktionen im administrativen Bereich und
im Forschungsmanagement, die oft im marktlichen Wettbewerb
zu nicht-öffentlichen Einrichtungen stehen (z. B. Geschäftsführungstätigkeit, Vorstandssekretariat), sind in vergleichbarer Weise
zu entgelten. Hierzu ist die Befugnis zum Abschluss außertariflicher
Verträge an die Hochschulen zu delegieren.
Auch eine Lockerung von Kündigungsschutzregelungen kann nicht
umgangen werden. Infolge der Notwendigkeit zur steten wissenschaftlichen Neuausrichtung unterliegen Hochschulen einem
kontinuierlichen Prozess der Restrukturierung. Bei tiefgreifenden
Organisationsveränderungen (z. B. Schließung von Instituten,
Betriebsteilen) dürfen auch betriebsbedingte Kündigungen kein
grundsätzliches Tabuthema darstellen, sind aber im Bewusstsein
der sozialen Verantwortung im Einzelfall sorgfältig abzuwägen. Im
gleichen Zuge sind geeignete Maßnahmen der Personalqualifizierung und -entwicklung auszubauen, im Falle einer unumgänglichen Freisetzung aber auch Instrumentarien wie z. B. die Gewährung von Abfindungen einzuführen.
Neben der Herbeiführung der rechtlichen Rahmenbedingungen
für die genannten Maßnahmen sind, falls noch nicht geschehen,
weitgehende Freiheiten bezogen auf die finanzielle Eigenverantwortung wie auch die Dienstherreneigenschaft und Tarifhoheit
unabdingbar. Ausfinanzierte Globalhaushalte unter Einschluss
von Dynamisierungsklauseln für Bezügeänderungen, in denen
Gehaltssteigerungen gemäß Besoldungsgesetz und Tarifvertrag,
Beihilfezahlungen, anteilige Altersversorgung und Zulagen für
Berufungs- und Bleibeverhandlungen berücksichtigt sind, sollten
mehrjährig gewährt und zum Zwecke der Planungssicherheit an
Vereinbarungen zwischen Land und Hochschule gebunden sein.
Die Übertragung von Dienstherreneigenschaft und Tarifhoheit gäbe
den Hochschulen die Möglichkeit, in wettbewerblicher Abgrenzung
eigenverantwortlich die Rahmenbedingungen des Personalein-
satzes zu gestalten und den Erfolg der Personalpolitik selbst zu
steuern und auch zu verantworten.
2. Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Koordinierung der TU9 Pressearbeit ist Aufgabe des Geschäftsführers.
Es konnten Kontakte zu allen relevanten Leitmedien aufgebaut
werden, die TU9 nunmehr als Akteur der Hochschulpolitik kennen
und bei Fragen einen Ansprechpartner finden.
Der TU9 Presseverteiler beinhaltet nationale und internationale
Pressekontakte. Zudem bestehen Mitgliedschaften in wissenschaftlichen Informationsdiensten.
Presseveröffentlichungen aus dem Jahr 2007 zu TU9 Themen sind in
einer gesonderten Anlage abgebildet.
Daneben informiert TU9 zahlreiche Stakeholder der deutschen
Hochschulpolitik mit aktuellen Informationen zur Verbandsarbeit.
3. Internationales Studierendenmarketing
„Excellence in Engineering and the Sciences Made in Germany”
– mit diesem Claim werben die TU9 Universitäten von Beijing bis
Buenos Aires um die besten Studierenden. Im internationalen
Bildungsmarkt erzielen die TU9 Mitglieder dabei erhebliche
Synergie-Effekte: Da die Messe-Koordination innerhalb der TU9
Universitäten rotiert und das Standpersonal vor Ort zugleich über
alle TU9 Universitäten informiert, wird bei vergleichsweise niedrigen Kosten eine große internationale Wirkung erzielt.
Inhaltlich werden die gemeinsamen Auftritte der TU9 Mitglieder
durch ihre Qualität in Lehre und Forschung in den Ingenieur – sowie
den Naturwissenschaften getragen.
Die TU9 Universitäten haben im Rahmen ihrer Kooperation allein im
Jahr 2007 Studierenden-Messen in zehn Ländern besucht, wobei in
15 Städten Station gemacht wurde. Im Einzelnen waren dies:
Griechenland (Athen/Goethe-Institut), Kolumbien (Bogotá,
Medellín), Mexiko (Mexiko-Stadt, Monterrey), USA (Minneapolis, MN), Chile & Argentinien (Santiago de Chile, Buenos Aires),
China (Beijing, Shanghai), Ukraine & Russland (Kiew, St. Petersburg, Moskau), Vietnam (Hanoi, Ho-Chi-Minh-Stadt).
An der MIT European Career Fair nahm der TU9 Verband vom
01. bis 04.02.2007 als Aussteller teil. Die Messe findet jährlich statt
am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge/
Massachusetts. Ziel der TU9 Beteiligung war es, talentierten wissenschaftlichen Nachwuchs über Studien- und Promotionsmöglichkeiten an TU9 Universitäten zu informieren; dies geschah außer am Stand noch im Rahmen einer Veranstaltung mit rund 200
Teilnehmern. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung
finanzierte diese TU9 Messebeteiligung im Rahmen seiner Marketingkampagne „Research in Germany – Land of Ideas“.
DFG-Centrum für Funktionelle Nanostrukturen an der Universität Karlsruhe (TH)
Die Pressearbeit wird pro-aktiv wahrgenommen und beinhaltet
neben dem reinen Versand der Pressemitteilungen auch die Kontaktpflege.
Auf Einladung der German Scholars Organization präsentierte TU9
auf der Wissenschaftskonferenz „Die besten Köpfe für Deutschland in Wissenschaft und Wirtschaft“ die Mitgliedsuniversitäten
als attraktive potentielle Arbeitgeber: Mehr als 140 deutsche Nachwuchswissenschaftler aus dem Ausland besuchten die Veranstaltung am 20.04.2007 im Berlin-Brandenburgischen Wissenschaftsforum.
Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Medien waren
ebenso auf der Konferenz zugegen und informierten sich am TU9
Stand über die Verbandsarbeit.
Genutzt werden die TU9 Messekooperationen zusätzlich, um gezielt
die besten Absolventen der Deutschen Schulen im Ausland anzusprechen: Bei jedem internationalen Einsatz besucht das Standpersonal Schulklassen und stellt in einer einheitlichen Präsentation die
TU9 Universitäten vor.
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3. Internationales Studierendenmarketing
3.1. Marketingtools
3.2. TU9 Webportal
Broschüren und Messematerial
In 2007 Jahr trat der TU9 Verband auch erstmals mit einem neuen
Corporate Design auf, was auf Anhieb große Anerkennung fand:
Bei einer Wahl zum besten Messeauftritt, organisiert von DAAD/
GATE-Germany und HRK, errang TU9 den 2. Platz für „hervorragendes Standdesign, die Zusammensetzung des Standteams sowie
den insgesamt engagierten und sympathischen Auftritt gepaart mit
großer Beratungskompetenz und hohem Einsatz“. Hier setzte sich
TU9 gegen 15 weitere Hochschulen und Konsortien durch.
Nach der technischen Umsetzung im Jahr 2006 ist das TU9 Webportal redaktionell im Sommer 2007 mit einer englischen Version
fertiggestellt worden.
Im Einzelnen liegen folgende Informationsmaterialien für das internationale Studierendenmarketing vor:
 TU9 Informationsbroschüre Englisch // (36 Seiten, Zielgruppe:
internationale Studieninteressierte, Einsatz auf Messen)
 TU9 Informationsbroschüre Deutsch // (36 Seiten, Zielgruppe:
Schüler an Deutschen Auslandsschulen, deutschsprachige Studieninteressierte. Einsatz: bei Messen und zum Versand an alle
Auslandsschulen)
 TU9 Flyer // in Deutsch/ Englisch/ Russisch/ Spanisch/ Chinesisch
 TU9 Plakat // Als „eyecatcher“ auf internationalen Studierendenmessen stehen TU9 Plakate in den Formaten A0 (120 x 84
cm) und A1 (84 x 60 cm) zur Verfügung. Ferner wurden die
Plakate, mit Bitte um Aushang, an deutsche Auslandsschulen,
Botschaften und Generalkonsulate sowie Goethe-Institute verschickt.
Das Webportal ist in zwei Ebenen unterteilt. Auf der Universitätsebene finden sich detaillierte Informationen und Kontaktdaten zu den TU9 Universitäten. Die „TU9 Ebene“ ist in sechs
Bereiche gegliedert:
 Der Bereich Studium bietet allgemeine Informationen über
Studienmöglichkeiten an den TU9 Universitäten und stellt das
Profil der einzelnen Mitglieder heraus.
 Im Bereich Forschung wird die Forschungsexzellenz der TU9
Universitäten hervorgehoben, z. B. durch den Verweis auf
Spitzenplatzierungen in Rankings. Darüber hinaus werden
herausragende Forschungsprojekte an den TU9 Universitäten
vorgestellt.
 Im Bereich Graduate/Postgraduate werden Graduiertenschulen
oder besondere Master-Programme an den TU9 Universitäten
präsentiert.
 Der Bereich TU9 Projekte verweist auf gemeinsame Projekte
der TU9 Universitäten, wie z. B. das TU9 Projekt Auslandsschulen oder die TU9 Empfehlungen zur Nachhaltigen Wasserwirtschaft.
 Im Bereich Presse werden die TU9 Pressemitteilungen hinterlegt.
Außerdem findet sich in diesem Bereich der TU9 Pressespiegel.
 Der Bereich Über TU9 informiert über den TU9 Verband und dessen Standpunkte zur Hochschulpolitik.
Studieninformationen
Forschung
Etwa 90% des Inhaltes sind auch in englischer Sprache verfügbar.
 TU9 Messestand und Rollexe // Für die einheitliche Präsentation auf internationalen Messen wurden ein TU9 Messestand
sowie TU9 Roll-Up-Displays hergestellt.
Presse
Über TU9
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3. Internationales Studierendenmarketing
kommen: Der TU9 Service vermittelt daher Vorträge an Schulen, bei
denen TU9 Hochschulvertreter Informationen geben.
3.4. „Deutsche Auslandsschulen – Netzwerk
für Absolventen (DANA)“
Auslandslehrern und Schülern, die eine Klassenreise nach Deutschland unternehmen, vermittelt der TU9 Service zudem einen Besuch
an einer TU9 Universität. Die Schüler haben dabei die Gelegenheit,
den Universitätsalltag vor Ort zu erleben.
2008 wird das „Jahr der Auslandsschulen“ (Bundesaußenminister
Steinmeier). Um den Vorsprung der TU9 weiter auszubauen hat die
Geschäftsstelle im Oktober 2007 einen TU9 DAAD/BIDS-Antrag formuliert, der positiv beschieden wurde:
Das Projekt Auslandsschulen ist aber auch Schnittstelle zwischen
den Auslandsschulen und den TU9 Universitäten: Von Studienberatern der Auslandsschulen werden gelegentlich auch Schwierigkeiten der Schüler beim Übergang von Schule zu Hochschule an den
TU9 Service herangetragen.
In einem neuen TU9 Projekt mit dem Arbeitstitel „Deutsche Auslandsschulen – Netzwerk für Absolventen (DANA)“ geht es darum,
den Studienerfolg dieser speziellen Gruppe von Studierenden flankierend zu sichern.
Diese Probleme werden im TU9 Verband bekannt gemacht, um die Universitäten für die Belange der Auslandsschulen zu sensibilisieren. So können gemeinsam Lösungsansätze erarbeitet werden:
Beispielsweise bieten die meisten Studienkollegs des TU9 Verbandes
speziell Absolventen von Auslandsschulen die Möglichkeit, die Aufnahmeprüfung für das Studienkolleg im Heimatland abzulegen.
Vorlesung an der TU Berlin
3.3. TU9 Projekt Auslandsschulen
Die TU9 werben seit über zwei Jahren um die besten Absolventen
der Deutschen Schulen im Ausland. Nach Auslaufen der Förderung
wurde das PROFIS-Projekt fortgesetzt. Internationalisierung ist satzungsgemäßes Ziel des TU9 Verbandes. Schon jetzt liegt der Anteil
internationaler Studierender an den TU9 Universitäten mit 18%
deutlich über dem deutschen Durchschnitt (13%).
Es wurden Kontakte zu allen 117 Auslandsschulen sowie ausgewählten Schulen mit erweitertem Deutschunterricht gepflegt,
 Informationsmaterial für die Auslandsschulen erstellt und an sie
verschickt,
 Besuche von Hochschullehrern an den Auslandsschulen vermittelt (bisher ca. 40),
Der TU9 Verband wirbt auch deshalb verstärkt an den Auslandsschulen für ein Studium ingenieur- und naturwissenschaftlicher
Fächer, um dem drohenden Nachwuchsmangel in den Ingenieurund Naturwissenschaften in Deutschland zu begegnen.
 Universitätsbesuche durch Schülergruppen koordiniert (bisher
ca. 20),
Innerhalb des Programms zur Förderung der Internationalisierungsstrukturen an deutschen Hochschulen (PROFIS) übernahm der
DAAD für zwei Jahre die Finanzierung eines TU9 Informationsservices für die Auslandsschulen.
 Schüler und Studienberater per Mail beraten.
In 2007 wurden folgende Aktivitäten im Projekt Auslandsschulen
fortgesetzt:
 Chats zwischen Schulen und Universitäten absolviert (bisher 9),
Zur Information im Internet wurde auf der relaunchten TU9 Homepage ein Bereich eingerichtet, der alle Informationen zum Studium
an den TU9 enthält (www.tu9.de/auslandsschulen).
Für Schüler im Ausland ist es vor allem schwierig, einen direkten
und persönlichen Eindruck von deutschen Universitäten zu be-
Die Anschubfinanzierung des DAAD ist zwar mittlerweile ausgelaufen, der TU9 Verband setzt das Projekt jedoch mit eigenen Mitteln
fort. Umso wichtiger ist es, dass Lehrer und Schüler die Beratungsangebote des TU9 Services nutzen und Ideen zu einer für alle Seiten gewinnbringenden weiteren Zusammenarbeit weitergeben.
Ziel des TU9 Services für Auslandsschulen bleibt es, eine kontinuierliche Informations- und Beratungspartnerschaft mit den Deutschen Schulen im Ausland zu pflegen, dem Informationsbedarf der
Auslandsschüler in Bezug auf die TU9 zu entsprechen und Studienbewerber für TU9 zu gewinnen.
Zum 01.01.2008 wird der TU9 Service in der Geschäftsstelle angesiedelt, um eine bessere Integration mit den Marketingaktivitäten von
TU9 zu bewirken und die Sichtbarkeit durch ausgesuchte Projekte
zu steigern.
Um dies zu erreichen soll eine bessere Vernetzung der Studierenden, die von Auslandsschulen kommen, gefördert werden.
Ziel eines Netzwerks ist es jedoch, möglichst viele Absolventen verschiedener Auslandsschulen, die an verschiedenen Universitäten
des TU9 Verbandes studieren, miteinander in Kontakt zu bringen.
Dies ist sehr sinnvoll, weil die Absolventen von Auslandsschulen
aufgrund ihrer schulischen Laufbahn einen sehr ähnlichen Erfahrungshintergrund haben und oftmals bei der Aufnahme eines Studiums vor ganz ähnlichen Problemen stehen.
Das Projekt ist als ein Baustein des internationalen Marketings des
TU9 Verbandes zu betrachten: Die TU9 Universitäten wollen nicht
nur die besten internationalen Studierenden für sich gewinnen,
sondern ihnen auch eine auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene exzellente Betreuung bieten.
Die Herausbildung eines Netzwerks ist daher wichtiger Bestandteil
einer umfassenden und guten Betreuung, die dazu beiträgt, die
Studienerfolgsquote unter den internationalen Studierenden weiter zu verbessern.
Koordiniert wird das Netzwerk durch die Geschäftsstelle des TU9
Verbandes in Berlin. Die Geschäftsstelle steht mit allen neun Universitäten des Verbandes in Kontakt und verfügt an jeder Universität über einen Ansprechpartner, der für die Anfragen zum Thema
„Absolventen der Auslandsschulen“ zuständig ist.
Für Herbst 2008 ist ein Gründungstreffen des „TU9 Netzwerks für
Absolventen Deutscher Auslandsschulen“, geplant. Zu diesem eintägigen Treffen sollen ca. 50 Studierende eingeladen werden, die
Absolventen der Auslandsschulen sind.
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3. Internationales Studierendenmarketing
3.5. SelfAssessment international –
Online-Studienberatung für technische
Fächer
Das SelfAssessment international ist ein Beratungsangebot für internationale Studieninteressierte, die sich für das Studium eines
technischen Faches an den TU9 Universitäten in Deutschland interessieren. Es ist ein Baustein der Studienberatung und soll junge
Menschen über das Internet bereits im Heimatland bei ihrer Entscheidung für ein Studium in Deutschland unterstützen.
SelfAssessment heißt Selbsteinschätzung. Entsprechend bietet das
SelfAssessment international Studieninteressierten auf Deutsch
oder Englisch die Möglichkeit, die Eingangsanforderungen der
technischen Studiengänge an den TU9 Universitäten besser kennen
zu lernen. Nach der Bearbeitung verschiedener Aufgaben z. B. zu
Mathematik, technischem Verständnis, Planungskompetenz, aber
auch zur persönlichen Studienmotivation erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine ausführliche Rückmeldung über die
eigenen Stärken und Schwächen.
Das SelfAssessment international wurde in zwei Jahren am Institut
für Psychologie der RWTH Aachen mit Unterstützung des DAAD für
TU9 entwickelt und wird seit Mai 2007 im Auftrag der TU9 weiterhin
betreut. Die International Offices und Studienberatungen der TU9
Hochschulen sowie verschiedene Informationsportale für Studieninteressierte verweisen im Internet auf das kostenlose Angebot.
Seit der Online-Schaltung im Herbst 2006 wurde das SelfAssessment
international insgesamt über 2.850 Mal gestartet. Dabei sind Verweise auf das Verfahren im Internet ebenso so wichtig wie mündliche Informationen, die durch Studienberater, Lehrer und Freunde
im In- und Ausland an Studieninteressierte weitergegeben werden.
Neben zahlreichen Studieninteressierten aus Deutschland stammt
die größte Gruppe der internationalen Teilnehmerinnen und Teilnehmer der deutschsprachigen Version des Self-Assessments aus
Asien (14%). Die englischsprachige Version wird überwiegend von
Asiaten (30%) und Europäern (25%) genutzt. Insgesamt ist der Anteil an weiblichen Studieninteressierten, die am Beratungsverfahren teilnehmen, mit 30% erfreulich hoch und liegt damit oberhalb
des Frauenanteils in ingenieurswissenschaftlichen Studiengängen
in Deutschland (aktuell ca. 20%). Die meisten (94%) Teilnehmerinnen und Teilnehmer des SelfAssessments bewerten das Beratungsangebot insgesamt positiv und können nach der Bearbeitung
des SelfAssessments ihre Stärken und Schwächen für das technische
Studium besser einschätzen. 88% würden das Beratungsangebot
der TU9 Freunden und anderen internationalen Studieninteressierten weiterempfehlen.
Der Link zum SelfAssessment international und weiteren Informationen: www.self-assessment.tu9.de
4. Internationale Kooperation
4.1 Ausschuss Internationales
Mit dem Ausschuss Internationales wurde 2007 ein Gremium etabliert, in dem die internationale Kooperation beim Messemarketing
abgestimmt wird. Zudem werden internationale Kooperationen
auf der operativen Ebene (Leiter der Akademischen Auslandsämter/
International Offices in TU9) vor- und nachbereitet. AusschussVorsitzende ist Frau Dr. Keidel, Vize-Präsidentin der TU München.
Die Sitzungen des Ausschusses werden vom TU9 Geschäftsführer
koordiniert.
4.2 Kooperation TU9/IIT
Nach einem ersten Besuch von TU9 Vertretern bei den Indian Institutes of Technology (IIT) in Indien 2006, wurde das Interesse
beider Vereinigungen an einer Zusammenarbeit für 2007 bekräftigt: Im Rahmen des IIT-Sandwich-Programms zwischen Indien und
Deutschland, das vom DAAD mit Stipendien gefördert wird, wurde
eine gegenseitige Studiengebührenbefreiung vereinbart. Demnach
müssen die teilnehmenden Studierenden an der Gast-Universität
keine Gebühren entrichten. Die Vereinbarung geht zunächst über
einen Zeitraum von fünf Jahren.
Die Kooperation zwischen den TU9 und den IITs soll darüber hinaus
auf der wissenschaftlichen Ebene vertieft werden. Workshops der
TU9 und IIT sollen zu folgenden Themen stattfinden:
1.) Erdbebenforschung/Desaster Management
2.) Communication Networks
RWTH Aachen
Ein erster TU9/IIT-Workshop wird für Herbst 2008 geplant. Ein weiterer Workshop soll folgen. Bei beiden Themen bestehen bereits
konkrete Kontakte zwischen mindestens einer TU9 Universität und
einem IIT Partner. Die Vorbereitung der Workshops wird daher federführend von einer TU9 Universität übernommen.
Die Geschäftsstelle koordiniert die Kontakte zum DAAD und weiteren möglichen Financiers aus öffentlicher und privater Forschungsförderung.
4.3. Koordinierung der Deutsch-Türkischen
Forschungskooperationen im TechnologieBereich
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie
der Wissenschaftliche und Technische Forschungsrat der Türkei
(Türkiye Bilimsel ve Teknik Arastirmalar Kurumu – TÜBITAK) haben
vereinbart, die F&E-Kooperationen zwischen Forschungseinrichtungen und der Industrie beider Länder zu intensivieren. Diese
Initiative ist auf deutscher Seite eingebettet in die High-Tech-Initiative „Forschung für die Industrie“.
Die Instrumente dieser Mission sind drei bis vier Workshops jährlich zu verschiedenen Themen. Forscher aus Universitäten und der
Industrie sollen in diesem Rahmen Trends und Tendenzen in Forschung und Entwicklung identifizieren.
Das BMBF hat die TU9 Universitäten gebeten, diese Workshops auf
deutscher Seite für die kommenden drei Jahre zu veranstalten.
Der erste Workshop in dieser Reihe widmet sich dem Thema „R&D
Powertrain in der Automobilindustrie“ und wird organisiert von
der Technischen Universität Braunschweig in Zusammenarbeit mit
der Volkswagen AutoUni und verschiedenen Unternehmen der Automobilindustrie. Die Veranstaltung ist vorgesehen für den 17. bis
19.03.2008 in Wolfsburg. Der türkische Co-Organisator ist TÜBITAK
MRC (Marmara Research Center Gebze, in der Nähe von Istanbul).
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TU9 Mitglieder
http:www.gereby2com siegel_01
5. Ausblick 2008
Prof. Dr. Burkhard Rauhut,
Rektor der RWTH Aachen
Prof. Dr. Kurt Kutzler,
Präsident der TU Berlin
Prof. Dr. Jürgen Hesselbach,
Präsident der TU Braunschweig
Prof. Dr. Hans Jürgen Prömel,
Rektor Universität Darmstadt
Prof. Hermann Kokenge,
Rektor der TU Dresden
Prof. Dr. Erich Barke, Vize-Präsident von
TU9 und Präsident d. Leibniz Uni Hannover
Prof. Dr.sc.tech. Horst Hippler, TU9 Präsident u. Rektor der Uni Karlsruhe (TH)
Prof. Dr.Dr.h.c. mult. Wolfgang A. Herrmann, Präsident der TU München
Prof. Dr. Wolfram Ressel,
Rektor der Universität Stuttgart
Leibniz Universität Hannover
Die TU9 Mitglieder werden Anfang 2008 ihre strategischen Schwerpunkte diskutieren und festlegen.
Zentrales Thema wird das Promotionsrecht bleiben, dessen
Verleihung an Fachhochschulen und den außeruniversitären
Forschungseinrichtungen von TU9 abgelehnt wird.
Die internationalen Workshops mit den IITs sowie Partnern auf
türkischer Seite wird das internationale TU9 Engagement seiner
Mitgliedsuniversitäten auf der wissenschaftlichen Ebene weiter
voranbringen.
Im „Jahr der Auslandsschulen“ soll das TU9 Marketing in der Zielgruppe der Auslandsschulabsolventen unvermindert fortgesetzt
werden. Die Sichtbarkeit des Projekts wird durch eine Veranstaltung im Herbst 2008 gesteigert.
Das Ranking von Universitäten wird ein weiteres Thema sein, mit
dem sich TU9 befassen wird.
6. Erhebungen von TU9
Die folgenden Daten wurden 2007 von TU9 erhoben:
 Anzahl der ingenieur- und naturwissenschaftlichen Absolventen/Promovierten von TU9 Universitäten im Verhältnis zu
allen Absolventen/Promovierten dieser Fächer in Deutschland
 Eingeworbene Drittmittel der TU9 Universitäten 2005
 Anteil weiblicher Studierender in den MINT-Fächern an TU9
Universitäten
 Anteil der TU9 Vertreter in den Fachkollegien der DFG
 Stand der Bachelor/Master Umstellung an den Universitäten der ARGE TU/TH
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Pressespiegel 2007
Bologna-Prozess:
Umstellung auf Bachelor/Master
 07.07.2007 FAZ „Technik-Ausbildung – Das Ende des Dipl.-Ing.“
 14.09.2007 FAZ „Einen Master können Sie auch in Papua-Neuguinea machen“ (Interview mit Prof. Dr. Rauhut, Rektor der
RWTH Aachen)
 15.09.2007 FAZ „Abschied im Spagat“
 13.10.2007 DIE WELT „Zum Ingenieurberuf in nur drei Jahren –
Die Umstellung auf Bachelor-Studiengänge reduziert die
Studiendauer und sorgt für einen frühen Start in den Job“
 25.10.2007 DIE ZEIT „Bachelor nach rheinischer Art“
 11/2007 K „Reichen sechs Semester?“
Bologna follow-up-Prozess: TU9 wendet sich
gegen die Verschulung der Ingenieurpromotion
 12.03.2007 Deutschlandfunk „Technische Hochschulen gegen
Reformpläne“
 13.04.2007 FAZ „Verschulte Promotion – Ingenieure fürchten Entwertung der eigenständigen wissenschaftlichen
Forschungsarbeit“
 04/2007 DUZ-Magazin „Der Druck steigt“
 11.05.2007 VDI Nachrichten „Bildung: Minister diskutieren
in London über Europas Reformprozess – Ein Thema ist die
Promotion“
 14.05.2007 Sächsische Zeitung „Technische Unis fürchten
Entwertung“
 14.05.2007 Berliner Zeitung „Ingenieure sollen nicht zu lange
studieren – TUs protestieren gegen verschulte Promotion“
 14.05.2007 Der Spiegel „Wir haben ein hohes Gut zu verlieren“
 15.06.2007 DUZ „Von London nach Bologna – Minister legen
Schritte fest“
 16/17.05.2007 Tagesspiegel „Dr. Bologna – Streit um die Promotion: Wollen europäische Minister die Ausbildung zu sehr verschulen?“
 18.05.2007 VDI Nachrichten „TU9 befürchten schweren Schaden
für die Forschung“
 18.05.2007 Süddeutsche Zeitung „Bachelorabschluss stark im
Kommen“
Bologna-Prozess:
Umstellung auf Bachelor/Master
 21.05.2007 Süddeutsche Zeitung „Vielfalt ohne Grenzen –
Bologna-Prozess an Europas Unis soll flexibler werden“
 05/2007 Move Moderne Verwaltung „Wettbewerbsfähigkeit
verbessern“ (Interview mit dem TU9 Präsidenten Horst Hippler)
 11.06.2007 Süddeutsche Zeitung „Wege zum Doktor“ – Die Zahl
strukturierter Promotionsprogramme wächst, einsames Forschen wird aber auch in Zukunft möglich sein
 06/2007 Goethe-Institut, Online-Redaktion „Mit Stolperschritten auf den Campus Europa“
 07/2007 Goethe-Institut, Online-Redaktion „Gesucht: Exzellente Ingenieurstudenten aus aller Welt“
 21.10.2007 Sonntag „Wenn Ingenieure den Doktortitel anpeilen“
TU9 wendet sich gegen ein Promotionsrecht
für Fachhochschulen und außeruniversitäre
Forschungseinrichtungen
 14.05.2007 Handelsblatt „Universitäten halten Fachhochschulen
bei Promotionen auf Distanz“
 21.05.2007 karriere.de „Universitäten halten FHs bei Promotionen auf Distanz“
 07/2007 Forschung & Lehre „Promotionsrecht nur für Unis“
Sonstiges
 24.05.2007 DIE ZEIT „Alte Idee ganz neu“
 19.07.2007 FAZ „Neue Elite-Universität in Karlsruhe – ‚Die besten
Wissenschaftler der Welt sollen kommen‘“
 08/2007 Goethe-Institut, Online-Redaktion „TU9 – Neun Technische Universitäten sprechen mit einer Stimme“
 25.10.2007 WAZ „Eine ziemliche Herausforderung“
 27.10.2007 DIE WELT „Die Alchimisten“
 05.12.2007 Financial Times Deutschland „Hochschulmarkt Russ-
land“
 12/2007 TU intern, Hochschulzeitung der TU Berlin „‘Bachelor‘ im
Handwerk nicht angemessen“
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Bologna-Prozess:
Umstellung auf Bachelor/Master
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Bologna-Prozess:
Umstellung auf Bachelor/Master
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Bologna follow-up-Prozess:
TU9 wendet sich gegen die Verschulung der Ingenieurpromotion
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Bologna follow-up-Prozess:
TU9 wendet sich gegen die Verschulung der Ingenieurpromotion
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Bologna follow-up-Prozess:
TU9 wendet sich gegen die Verschulung der Ingenieurpromotion
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TU9 wendet sich gegen ein Promotions-
recht für Fachhochschulen und ausser-
universitäre Forschungseinrichtungen
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Sonstiges
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Impressum
TU9 German Institutes of Technology
Venio Piero Quinque, LL.M./LL.B.,M.A.
Geschäftsführer
Siemensdamm 50
D-13629 Berlin
Germany
Telefon: +49 (0) 30-386 390 03
Fax:
+49 (0) 30-386 390 16
E-Mail: [email protected]
www.tu9.de
1. Auflage 2008, 150 Stück
Konzept:
Gestaltung/Produktion:
Pfefferkorn & Friends GmbH
Lahmannring 1, 01324 Dresden
Fotos: TU Berlin (1,9,23), Elke Weiß (2, 18),
Universität Stuttgart (1,4,23), TU Braunschweig (1,10,23), TU München (1,13,23), Universität Karlsruhe (TH) (1,14,23), RWTH Aachen (1,21,23), Leibniz Universität Hannover
(1,23), TU Dresden (1,23), TU Darmstadt (1,23),
W.Heider-Sawall/FM (23).
www.tu9.de